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InformationenQUELLE: Buchstabengetreuer Auszug aus dem 'Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden des Burgenlandes' von Hugo Gold, erschienen 1970 by Edition "Olamenu", Tel-Aviv/Israel, POB 3002 Wenn Sie mehr Information wünschen, wird das Buch empfohlen "Die jüdische Gemeinde von Deutschkreutz" von Shlomo Spitzer, erschienen 1995 im BöHLAU-VERLAG, WIEN. Neben der genaueren Beschreibung der Geschichte finden Sie dort auch eine Beschreibung fast sämtlicher Rabbiner, die in Deutschkreutz vom 17. Jhdt.an bis 1938 gewirkt haben. Die ehemalige Judengemeinde von Deutschkreutz
DIE GESCHICHTEGanz im Osten Österreichs, wo die Ausläufer der Alpen in die ungarische Tiefebenen übergehen, inmitten fruchtbarerer Felder und ausgedehnter Weinkulturen, liegt in einer sanfthügeligen Landschaft die Marktgemeinde Deutschkreutz. Die rund 4000 Einwohner dieses Fleckens, hauptsächlich Bauern und Arbeiter, gehen ihrer Beschäftigung mit Fleiß und Zufriedenheit nach. Wie eine Gluckhenne thront die Kirche über dem Ort, gleichsam, als wollte sie die Häuser und Menschen unter ihren Schutz nehmen. Kaum 200 m entfernt, erhob sich noch vor 30 Jahren ein zweiter Sakralbau, der im Ortsbild einen fast ebenso beherrschenden Platz einnahm: die jüdische Synagoge. Diese stellte den religiösen Mittelpunkt einer ansehnlichen Judengemeinde dar, die damals 420 Seelen zählte. Mit der Zerstörung der Synagoge im Jahre 1941 wurden aber auch die Menschen, die zu ihr gehörten, in alle Windrichtungen zerstreut. Außer einigen noch stehen gebliebenen Häusern erinnert nur mehr ein Gedenkstein an der Stelle, wo die Synagoge stand, daran, dass in diesem Ort Juden gelebt haben. In den folgenden Zeilen soll versucht werden, die Geschichte der Judengemeinde in kurzen Strichen darzulegen.
Von der Ansiedelung bis zur AusweisungDas genaue Datum der Ansiedlung der Juden in Deutschkreutz kann wegen der mangelnden geschichtlichen Quellen nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Ende des 17. Jahrhunderts wurden aus verschiedenen Gemeinden des heutigen Burgenlandes die Juden ausgewiesen. Fürst Paul Esterházy nahm die Vertriebenen unter seinen Schutz und siedelte sie auf seinen Gütern an. Auf diese Weise kamen im 17. Jahrhundert 20 Judenfamilien nach Deutschkreutz. Im Jahre 1697 fand in Deutschkreutz die kanonische Visitation der Pfarre statt. Das hierüber abgefasste kirchenamtliche Dokument berichtet, dass sich damals alle Bewohner des Ortes zum katholischen Glauben bekannten. Aus einer 2 Jahre später an den Fürsten gerichteten Eingabe geht hervor, es habe "die Creutzer Judenschaft" am 18. Feber 1699 mit der Christengemeinde sich verglichen, das gedachte Juden der Christengemeinde 110 fl. beytragen.Mit den Juden in Deutschkreutz und Frauenkirchen schloss der Palatin Esterházy im Jahre 1701 folgenden Kontrakt: Heunt Undter Gesetzter Dato ist auf Hochfürstlichen Herrn Gnädigsten befelch zwischen den Christen in Markt Creuz und der Juden Gemain alda nach folgender Contract auff gericht und beschlossen wordten, als nemlich sind. Von Erste weüllen die Juden 5 ¼ halbe Christen Hofstädt Heusl an Markht an sich erkauft als sollen Gedachte Juden der Christen Gemain Jährl. Als von prima January bris ultimo X bris 1701 von alles und iedes worunter die Robath, Saldathen Speüssen, Pfare, Schull und Wacht Gelt. Item durch märsch und der Gleichen vorstanden fünff und Neunzig Gulden. Item die Juden Balbirer ödpärte (?) Vüre Guldten zusamben 99 fl. Pahres Geldt und solisches zu St. Georgy u. Michael als halb zu halb Jahre richtig ohne weiteren Einwurff wie in Paren Geldt abführen sollen und müssen, dahin gegen Anderten die Christen Gemain die zu deren obbermelten Hofstät Häusern Gehörige Grundstuck von Sye allein zugeniessen und aus zuteüllen können, und mögen jedoch Drittens ist die Gemain schuldig auff bedeute heüsl khomt zum Vorzeimer abzugeben nicht weniger ist auch die Weyd dabey, und das seye nach Zweyheüsl Erbauen unter diesen Contract ausser der herrschaftlichen Schuldigkeit verstanden. Viertens dieses Sto und Vordt zuhalten. Welche Gemain wider dieses Vergleich handeln würden, solle unnachlessig der Herrschaft dreyhunderth Guldten Pennfahl zu Erlegen Schuldig sein. Datum Schloss Creutz den Ersten Jenner 1701 L.S. Fr. Rentambt Alda. Wie rasch die angesiedelten Juden in der neuen Heimat Fuß fassen konnten, zeigt der von Fürst Michael Esterházy am 2. März 1720 gefertigte Privilegiumsbrief. Darin verspricht ihnen die Herrschaft Schutz gegen die Gewalt. Die Juden werden von allen Abgaben, Einquartierungen und Roboten befreit, sie dürfen Handel treiben und in den herrschaftlichen Gütern hausieren gehen, sowie Gewerbebetriebe führen. In religiöser Hinsicht garantiert ihnen dieser Privilegiumsbrief weitreichende Selbständigkeit. Es wird darin der Bau einer Synagoge und die Errichtung von Schulen erlaubt. Auch wird ein Grundstück für einen Friedhof bereitgestellt. Sie dürfen die Ehe nach ihrem Ritus schließen und eine koschere Fleischbank errichten. Auch auf dem Gebiet der Verwaltung und der Exekutive werden Juden Vorrechte eingeräumt. Sie haben das Recht, eine eigene Polizei aufzustellen und Geschworenen und Richter zu wählen, die nur der Bestätigung der Herrschaft bedurften. Andere haben den Juden keine Befehle und Vorschriften zu machen. (Jüd. Zentralarchiv Eisenstadt.) Dieser Privilegiumsbrief begründete die große Selbständigkeit der Juden in allen Lebensbereichen, trug aber auch wesentlich zu einer gewissen Isolierung und Einkapselung gegenüber der christlichen Bevölkerung bei. Dieser Ghettogeist war bis herauf in die jüngste Geschichte ein hervorstechendes Merkmal der Deutschkreutzer Judengemeinde. In der Folge trat eine steile Aufwärtsentwicklung der jüdischen Bevölkerung ein. 40 Jahre nach der Ansiedlung war die Zahl der jüdischen Familien auf 95 angewachsen. Daher traten sie an den Fürsten mit der Bitte heran, er möge ihnen den Kauf von 15 Häusern von der christlichen Bevölkerung genehmigen. Sie blieben aber auch von harten Schicksalsschlägen nicht verschont. Am 17. April 1762 brach ein verheerender Brand im Ghetto aus, der 40 Häuser zerstörte. Der Schaden belief sich auf eine Höhe von 7000 Gulden. 15 Jahre später wurden die Juden wieder von einer gewaltigen Brandkatastrophe heimgesucht. Das ödenburger Komitatsprotokoll weiß hierüber zu berichten, dass die Synagoge, das Gemeindehaus und Krankenhaus, sowie 62 weitere Häuser abgebrannt sind. Lediglich 2 Häuser blieben erhalten, doch trugen auch deren Besitzer großen Schaden durch die Löscharbeit und Plünderung davon. Die Juden verloren jedoch durch diese vernichtenden Schläge nicht den Mut und schritten in der ihnen eigenen Zähigkeit an den Wiederaufbau. Die Abkommen von 1701 und 1720 boten ihnen auch günstige Bedingungen. Die Verhältnisse hatten sich offenbar rasch konsolidiert und die weitere Aufwärtsentwicklung konnte zügig voranschreiten. Am 1. März 1813 schloss die fürstliche Behörde einen neuerlichen Kontrakt mit den Juden ab. Dieser Vertrag verpflichtet die Hausbesitzer zur jährlichen Zahlung von "Schutzgeld und Gaben" in der Höhe von 10 fl., für Gemeindemitglieder ohne Hausbesitz war ein Betrag von 6.40 fl. vorgesehen, für Witwen ermäßigte sich der Betrag auf die Hälfte. Die Judengemeinde musste 10 fl. Friedhofzins, 6 fl. Schrankenzins und 10 fl. Fleischbankzins an die fürstliche Herrschaft entrichten. Dieser Kontrakt legte der Gemeinde auch die Pflicht auf, keine neuen jüdischen Zuwanderer aufzunehmen oder einheiraten zu lassen, ohne vorher die Erlaubnis des Fürsten eingeholt zu haben. Die Ursache dieser einschränkenden Maßnahme scheint in der Sorge der fürstlichen Obrigkeit gelegen zu sein, die Juden könnten sich im Ort zu sehr ausbreiten und an Einfluss gewinnen. Trotzdem schritt die Entwicklung zügig voran. Im Jahre 1911 lebten nach den Angaben des in Sopron erschienenen Reiseführers "Ödenburg und die ungarischen Alpen" 764 Menschen israelitischen Glaubens in Deutschkreutz. Der Erste Weltkrieg bildete in dieser Hinsicht aber eine merkbare Zäsur. Er riss auch in der jüdischen Bevölkerung des Ortes große Lücken. Immerhin waren von 1914 bis 1918 18 Gefallene zu beklagen. 1925 lebten nur mehr 435 Juden in Deutschkreutz, 1936 waren es 433 und 1938 bei der Ausweisung 420. Selbst die Geburtenmatrik zeigt das Spiegelbild dieser rückläufigen Entwicklung. Es gab von 1896 bis 1937 folgende Geburtseintragungen, die stichprobenartig herausgegriffen wurden: 1896 wurden 28 jüdische Kinder geboren,1911: 23,1920: 7,1930: 9,1937: 11 Bis 1938 entsandte die Judengemeinde je Periode 2 Vertreter in den Gemeinderat von Deutschkreutz. Im Sitzungsprotokoll scheinen folgende Namen auf deren Träger von 1931-1938 Mitglieder des Gemeinderates waren: Dux Wilhelm, Katz Baruch, Katz Samuel Mayer und Bischitz Adalbert.
DIE VERFOLGUNGSMASSNAHMENÜber diese Ereignisse liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Hier muss man sich auf Augenzeugenberichte der ortsansäßigen Bevölkerung stützen. Nach fast 30 Jahren ist die Erinnerung schon stark verblasst. Manches wird aus diesem Grund mit den Unruhezeiten am Ende des 2. Weltkrieges vermengt, weil die Situation damals ähnlich, nur mit anderen Vorzeichen, war. Die nationalsozialistischen Behörden erließen 1938 die Order, alle Juden hätten Deutschkreutz zu verlassen. Diese Verordnung war so überraschend gekommen, dass nicht einmal Zeit zur Verabschiedung der Bekannten blieb. Die Ausgewiesenen durften von ihrem Besitz nur soviel mitnehmen, als sie tragen konnten. Sie versuchten zwar noch, an Einheimische Waren und Gebrauchsgegenstände verbilligt abzugeben, um wenigstens etwas retten zu können. Nur wenige wagten es jedoch von diesem Angebot Gebrauch zu machen, weil sie seitens der NSDAP Repressalien befürchteten. Gleichzeitig begann auch Plünderung der Geschäfte und Haushalte durch die Mitglieder oder Mitläufer der Parteiorganisationen. Dabei sollen auch Fenster eingeschlagen worden sein. Die restlichen Geschäftseinrichtungen und Lagerbestände wurden zu Schleuderpreisen öffentlich Versteigert. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass nicht nur die Juden, sondern auch christliche Bewohner Maßregelungen hinnehmen mussten, wie z.B. Oberamtmann Moyses, Oberlehrer Riedl und Direktor Engelitsch. Nach Beendigung der Ausweisung wurden die baufälligen jüdischen Häuser abgebrochen und die noch brauchbaren Gebäude an Interessenten verkauft. Nachdem die Juden größtenteils mit Autos nach Wien gebracht worden waren, reisten sie von dort in verschieden Staaten aus, hauptsächlich nach England, USA, Schweiz, Holland und Israel. Soweit man aus der Erinnerung noch feststellen kann, sind körperliche Misshandlungen zur Zeit der Ausweisung in Deutschkreutz nicht vorgekommen. Ebenso weiß man nichts darüber, dass jemand von den Ausgewiesenen später in Konzentrationslagern umgekommen wäre. Nach dem Krieg kamen keine Juden mehr nach Deutschkreutz zurück, abgesehen von gelegentlichen Besuchen, zur Besorgung von Urkunden oder Erledigung ihrer Besitzangelegenheiten. Im Zuge der Wiedergutmachung erhielten die Juden ihre Rechte auf ihren Haus und Grundbesitz wieder zurück. Die arisierten Häuser wurden amtlich geschätzt und dem Wert entsprechend über Rechtsvertreter und Verwalter an Interessenten veräußert. Einige wenige Häuser befinden sich jetzt noch in jüdischem Eigentum.
GESCHÄFTSLEBENBeinahe das gesamte Geschäftsleben von Deutschkreutz befand sich vor dem 2. Weltkrieg in jüdischen Händen, mit Ausnahme der Gasthäuser. Die Geschäfte lagen fast durchwegs in der Hauptstraße (Rausnitzstraße). Die Besitzer dieser Häuser waren die Juden. Das Warenangebot umfasste Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs, von Lebensmittel und Südfrüchten über Getreide und Wein bis zu Textilien, Bekleidung und Eisenwaren. Auch von den Dörfern der Umgebung kamen die Leute, um ihren Bedarf zu decken. Die bekanntesten Geschäfte waren: Unger Leeb, Getreidehandel und Mehlumtausch.
SCHULWESENNeben der Talmudschule gab es auch noch eine Volksschule, die ausschließlich von jüdischen Kindern frequentiert war. (Die Hauptschule besuchten sie gemeinsam mit den christlichen Kindern.) Dieses Gebäude stand noch bis zum Jahre 1962, musste aber wegen seiner Baufälligkeit abgetragen werden. Während des Zweiten Weltkrieges fand dort der Unterricht der staatlichen Volksschule statt. Die letzten jüdischen Lehrer waren Herr Gerö und Herr David Weiner. Für die ganz kleinen führte Frau Hedwig Rosenbaum einen Privatkindergarten im Haus.
DIE TALMUDSCHULEDeutschkreutz, von den Juden Zelem genannt, war weithin bekannt durch seine Talmudschule. Im Volksmund hieß sie Rabbinerschule. Jedes Jahr im Herbst kamen durchschnittlich 30 junge Männer im Alter von 15-25 Jahren aus verschiedenen Ländern Europas, hauptsächlich aus Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei, nach Deutschkreutz, um hier dem Studium zu obliegen. Die Studenten gaben dem Straßenbild, besonders am Schabbat, eine besondere Note. Die Bocherim wohnten bei den jüdischen Familien, wo sie auch die Verpflegung erhielten. Leiter der Schule war der Rabbiner, dem noch ein Lehrer zur Seite stand. Welchen wissenschaftlichen Rang die Anstalt besaß, konnte damals und auch heute nicht von einem Außenstehenden festgestellt werden. Die Schule hatte jedenfalls kein Öffentlichkeitsrecht. Eine spezielle Vorbildung erforderte die Teilnahme am Lehr- und Studienbetrieb nicht. Die Unterrichtssprache war jidisch, die Studiendauer betrug 2 Jahre. Die Absolventen wurden als Synagogendiener und als Schächter herangezogen.Das Schulgebäude, das neben der Rabbinatswohnung stand, ist im Zuge der Zerstörung des Bethauses ebenfalls niedergerissen worden. Die burgenländische Dichterin Mida Huber verfasste ein Stimmungsgedicht über das Ghetto von Deutschkreutz, das sie in ihrem Büchlein "Stille Pfade" veröffentlichte. In diesem Bändchen ist auch das einzige greifbare Bild der Talmudschule, eine Federzeichnung, abgedruckt. ... mehr über Talmudschule auf 'wikipedia'
RELIGIÖSES LEBEN, FESTE UND FEIERNBesonders hervorgehoben zu werden verdient die strenge Orthodoxie der Deutschkreutzer Juden. Wenn der Schulklopfer die Gläubigen zum Gebet rief, strömten die Männer mit ihren Büchern unter dem Arm in die Synagoge. Selbst auf den öffentlichen Verkehrsmitteln legten sie ihre Gebetsriemen an und verrichteten zur Gebetszeit ihre Andacht. Diese tiefe Religiosität machte auch auf die Christen großen Eindruck. Die rituellen Speisevorschriften fanden genaue Beachtung. Es wurde, abgesehen von seltenen Ausnahmen, nur koschere Kost gegessen.Während der Zeit der ungesäuerten Brote und des Pessachfestes, das zur gleichen Zeit begangen wurde, war in den jüdischen Backstuben kein Brot aus Germteig zu bekommen. Wenn diese Woche zu Ende war, verteilten die Juden die Mazze auch an befreundete christliche Familien. Der Schabbat wurde streng eingehalten. Ältere Deutschkreutzer erinnern sich noch daran, wie die Juden die christlichen Mitbürger baten, ihnen Licht und Feuer zu machen. Zur Zeit des Laubhüttenfestes im Oktober konnte man in den Höfen und Gärten die mit Zweigen und Laub geschmückten Hütten sehen. Getreu den Anweisungen der Mischna wurde täglich am Morgen die Wasserspende dargebracht und abends die Lichtfeier abgehalten. Jeder trug einen Feststrauß in der Hand.Fünf Tage vor dem Laubhüttenfest begingen die Juden den Jom Kippur, den großen Versöhnungstag. Der Volksmund nannte ihn den "Langen Tag". Es war der große Ruhe-, Fast- und Busstag. Im Februar/März fand immer das Purim-Fest mit frohen Mahlzeiten, gegenseitiger Beschenkung und Gabenverteilung an die Armen statt. In der Synagoge wurde das Esther-Buch verlesen, außerhalb der gottesdienstlichen Feier erging man sich in ausgelassenem Treiben, ähnlich den Faschingsfeiern der christlichen Bevölkerung. Theateraufführungen und verschieden Belustigungen trugen zur fröhlichen Stimmung bei. In Zelem bestand sogar eine Redaktion für Purimstanzel, die im Jahre 5693 nach jüdischer Zeitrechnung folgenden Purimsprolog im Druck herausgab und an die Gemeindemitglieder versandte: Besondere Familienereignisse, wie Hochzeiten und Begräbnisse, bildeten Anlässe für festliche Begehen.
DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN JÜDISCHER UND CHRISTLICHER BEVÖLKERUNGEs war gut und freundschaftlich. Der Rabbiner und der Pfarrer pflegten brüderliche Kontakte. Zum Namenstag des Pfarrers fand sich eine jüdische Delegation als Gratulanten ein.Wenn der Bischof zur Visitation kam, schmückten die Juden ihre Straße mit Teppichen und Blumen. Kardinal Innitzer begrüßte den anwesenden Rabbiner auf hebräisch, worauf ihm dieser den großen Segen spendete, den der Kardinal ehrfurchtsvoll entgegennahm. Auch im privaten Leben wurde der Kontakt gepflegt. Jüdische und christliche Jugendliche, besonders die Mädchen, hatten zueinander freundschaftliche Beziehungen. Trotzdem gab es für Außenstehende wenig Einblick in das Leben untereinander. Seit Menschengedenken ist beispielsweise nichts von Mischehen bekannt. Hier blieb die Trennung bestehen. Bis heute aber stehen noch etliche Deutschkreutzer mit ausgewanderten Juden in Briefverbindung. Dieses gute Verhältnis veranschaulichen die zwei folgenden Episoden: Dr. Kohout, der ehemalige Gemeindearzt von Deutschkreutz, erzählte folgende Begebenheit. Als er 1935 eine Fahrt nach Palästina unternahm, erinnerte er sich einer Jüdin aus seiner Nachbarschaft, die einige Jahre vorher nach Jerusalem ausgewandert und dort verheiratet war. Aus Zeitmangel mußte er sie in der Stadt am späten Abend aufsuchen. Obwohl er nur ihren Mädchennamen kannte, hatte er ihre Wohnung bald erfragt. Der Hinweis darauf, dass sie aus Zelem stammte, half ihm in kurzer Zeit sie aufzufinden. Die Wiedersehensfreude war dann auch sehr groß. Während des 2. Weltkrieges rettet ein Jude aus Zelem ein Soldaten aus Deutschkreutz auf dem Schlachtfeld in Frankreich das Leben. Bei der Invasion der Amerikaner an der Riviera blieb ein junger Deutschkreutzer, Michael Heinrich, schwer verwundet liegen, nachdem seine Kameraden gefallen oder geflohen waren. Da beugte sich ein amerikanischer Offizier über den verwundeten feindlichen Soldaten. Als er sein Soldbuch überprüft hatte, sagte er plötzlich in freundlichem Ton: "Sie sind aus Zelem? Ich kenne ihre Eltern". Diese Worte vernahm der Verwundete noch, bevor er wegen des großen Blutverlustes in Bewusstlosigkeit fiel. Als er wieder aus der Ohnmacht erwachte, befand er sich im amerikanischen Schiffslazarett. An seinem Krankenlager stand sein Lebensretter, den er erst jetzt erkannte. Er war der jüdische Arzt aus Deutschkreutz, Dr. Steiner, der nach der Vertreibung nach Amerika ausgewandert und während des 2. Weltkrieges amerikanischer Militärarzt war. Dr. Steiner sorgte sich in aufopfernder Weise für seinen Landsmann aus der alten Heimat, bis dieser von seiner Verwundung genesen war. Als Gefangener wurde er dann nach Amerika gebracht, wo er den Arzt aus den Augen verlor. Nach zweijähriger Gefangenschaft konnte er wohlbehalten nach Hause zurückkehren. Der Gerettete und seine Familie hätten Dr. Steiner gerne ihre Dankesschuld abgestattet, doch konnten sie seinen Aufenthaltsort bis heute nicht ausfindig machen.
DIE SYNAGOGEIn dem erwähnten Privilegiumsbrief des Fürsten Michael Eszterházy vom Jahre 1720 erhielten die Juden das Recht, eine Synagoge zu errichten. Der jeweilige Rabbiner und der Schullehrer blieben von dem allen Juden auferlegten Schutzgeld an den Fürsten befreit. Unter dem Verwalter der fürstlichen Güter Michael Katterer begann am 16. Mai 1746 der Bau der Synagoge. Die Arbeiten waren am 5. Juni 1747 in vollem Gange. Dieser erste Bau wurde im Jahre 1834 durch einen neuen ersetzt, der bis 1941 stand.Bei den Zusammenkünften im Bethaus muss es zeitweilig recht lebhaft zugegangen sein. Im "Statutenbuch der Synagogenordnung der israelitischen Kultusgemeinde Deutschkreutz" scheint auf S. 115 folgender Beschluss auf: "...ist einstimmig beschlossen worden, dass jeder, wer immer in der Synagoge zu schreien anfängt oder sonst Lärm macht, er mag recht oder unrecht haben, wird mit 18 fl. oder mit sonstigen exemplarischen Strafen bestraft und darf während sechs Jahren weder als Wähler gelten, noch zu irgend einem Amte in der Gemeinde gewählt werden. Deutschkreutz am 1. Oktober 1865". Die zweite 1834 erbaute Synagoge hatte einen rechteckigen Grundriss im Ausmaß von schätzungsweise 12 : 18 Meter. Starke Steinmauern trugen ein ziegelgedecktes, an beiden Schmalseiten abgeschrägtes Dach. Im Zentrum des Dorfes gelegen, überragte das Bauwerk die einstöckigen Häuser seiner Umgebung. Die von Geobbels veranlasste "Kristallnacht" leiteten Parteiorganisationen ein. Die Ermordung des deutschen Botschaftsrates Rath in Paris bildete einen willkommenen Anlass dafür. Im Zuge dieser Kampagne erließen die Behörden auch den Befehl zur Schleifung der Synagoge von Deutschkreutz. Zu Beginn des Jahres 1941 - die Juden befanden sich längst nicht mehr im Ort - kam ein Spezialtrupp mit Pressluftbohrern und Sprengladungen, um die Sprengung durchzuführen. Die Vorbereitung zog sich zirka eine Woche hin. Zunächst wurde der Dachstuhl abgetragen und in mühevoller Arbeit Sprenglöcher gebohrt. Die massiven Steinmauern leisteten dem barbarischen Vorhaben unerwarteten Widerstand. Große Mengen von Papier, darunter Dokumente und gottesdienstliche Bücher, wurden an Ort und Stelle verbrannt. Am 16. Februar 1941 wurde die Synagoge in die Luft gesprengt. Es sollte nach dem Willen der Behörde ein Schauspiel werden. Alle Ortsbewohner wurden unter Druck gesetzt, zur festgesetzten Stunde der Sprengung beizuwohnen. Trotzdem ging nicht alles programmgemäß. Die meisten Deutschkreutzer hielten sich fern, obwohl dies als Affront gegen das Regime gewertet werden konnte. Eine Anzahl Neugieriger hatte sich aber auf den umliegenden Straßen und Plätzen eingefunden. Die Wucht der Explosion war so groß, dass der Luftdruck noch 1 km im Umkreis die Fenster klirren ließ. Steine flogen in weitem Umkreis durch die Luft. Die 16jährige Helene Artner, die einzige Tochter ihrer Eltern, die 150 Meter vom Schauplatz entfernt auf dem Balkon der alten Hauptschule gestanden war, wurde von einem Stein getroffen und starb an den Folgen der Verwundung. Viele Menschen empfanden dies als einen deutlichen Fingerzeig Gottes. Bald waren die letzten Reste der Mauern eingeebnet und der Schutt weggeschafft. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges, der auch der christlichen Bevölkerung große Opfer und viel Leid auferlegt hatte, sollte das Unrecht an den Juden auch in ideeller Hinsicht wieder gutgemacht werden. An der Stelle wo die Synagoge gestanden war, wurde der Platz eingezäunt und ein Gedenkstein aus Marmor errichtet, der folgenden Text trägt: "Auf diesem Platz stand der jüdische Tempel, der im Jahre 1940 von den Nazibarbaren zerstört wurde." (Hier liegt leider ein Irrtum in der Jahreszahl vor). Bei der Enthüllung dieses Mahnmales im Herbst 1949 trafen sich Juden und Christen am ehemaligen Tempelplatz zu einer Versöhnungsfeier. An dieser nahmen hohe jüdische Funktionäre teil, unter anderem der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Rechtsanwalt Dr. Maurer, der Leiter der technischen Abteilung der israelitischen Kultusgemeinde, Ing. Schneider, seitens der katholischen Gemeinde der Ortspfarrer, Dechant Dr. Paul Petschowitsch, die Mietglieder des Gemeinderates mit Bürgermeister Krammer an der Spitze, ferner zahlreiche Gäste und Bewohner des Ortes. In seiner Gedenkrede brachte Dr. Maurer die Versöhnungsbereitschaft zum Ausdruck. Obwohl das jüdische Volk, sagte er, eine große Demütigung und unermessliches Leid ertragen musste, wollen alle Betroffenen zur Vergebung bereit sein. Vielleicht sind auf beiden Seiten Fehler begangen worden. In Zukunft sollen sie aber nie mehr geschehen. Wie könnten wir einmal vor dem Angesicht Gottes Verzeihung erhoffen, wenn wir selbst nicht bereit wären? Seine Ansprache schloss Dr. Maurer mit ungarischen Worten zum Zeichen seiner Verbundenheit mit seinem Heimatland Ungarn.
DER FRIEDHOF1759 erlaubte die fürstl. Herrschaft den Juden von Deutschkreutz die Errichtung eines Friedhofs. Der jüdische Friedhof liegt am südwestlichen Ortsrand in der Nähe der katholischen Begräbnisstätte. Im Grundbuch scheint er unter der Einlagezahl 38, Riede Mitterfeld, Grundstück Nr. 4760 auf. Das Flächenausmaß beträgt 76.28 ar. Diese relativ große Ausdehnung weist auf eine großen Bevölkerungsanteil der Juden an der Gesamteinwohnerzahl von Deutschkreutz hin. Aus der Art und der Ausführung der Grabsteine zu schließen, hatten es manche Gemeindemitglieder zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht.Die Verfolgungsmaßnahmen kannten nicht einmal vor den Toten ein Gefühl der Pietät. Nach Zerstörung des Bethauses sollte noch das letzte Andenken an die Juden der Zerstörung anheimfallen. Alle Grabsteine wurden aus dem Friedhof weggeschafft und am Ende des Krieges, als die russischen Einheiten auf Deutschkreutz vorrückten, großteils zur Errichtung von Straßensperren verwendet. Wahrscheinlich liegen sie jetzt in den ehemaligen Panzergräben des Ostwalles, die nach Kriegsende zugeschüttet und eingeebnet wurden. Die wertvollen Grabsteine wurden im Hof des Gemeindeamtes gelagert und nach Ende des Krieges von der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien weggeschafft. Heute erinnern nur mehr zwei oder drei kleine Grabsteine an die jüdische Begräbnisstätte. Das Grundstück erhielt rundum eine Drahtzaunumfriedung. Die Gräber bedeckt eine Grasfläche. Anmerkung: a) Der Friedhof befand sich in sehr schlechtem Zustand. Im Jahre 1988 wurde auf Initiative von Herrn Shalom FRIED, dessen Vorfahren mütterlicherseits aus Deutschkreutz stammen, als er anlässlich eines Besuches der Grabstätten seiner Vorfahren den schlechten Zustand feststellen mußte, mit seiner und auch u.a. ehemaligen Deutschkreutzer Juden bzw. deren Nachkommen finanzieller Unterstützung der Friedhof saniert und eine neue, massive Einfassungsmauer aus Betonsteinen errichtet. Weiters wurden Fragmente von Grabsteinen an der SW-Seite der Friedhofmauer angebracht bzw. gelagert. Auch wurde bereits wieder teilweise begonnen, auf Grund vorhandener Pläne neue Grabsteine zu errichten. Der Friedhof wird zur Zeit von der politischen Gemeinde Deutschkreutz gepflegt und befindet sich nun in ordentlichem Zustand. b) Am Friedhof befindet sich auch in SW-Ecke eine Gedenktafel: Diese erinnert, dass, als zum Bau des Süd-Ost-Walless Ungarische Juden nach Deutschkreutz gebracht worden waren und hier verstorben sind, diese meistens in Massengräbern auf diesem Friedhof begraben worden sind. Die genauer Anzahl der Verstorbenen läßt sich nun mehr kaum feststellen. Jedenfalls sind genau 285 im Sterbebuch der Gemeinde Deutschkreutz verzeichnet, teilweise waren sie damals bekannt bzw. konnte ihre Identität festgestellt werden, manche sind aber auch als 'namenlos' eingetragen. (siehe Sterbebuch der Gemeinde Deutschkreutz Nr.19/1945 bis Nr.304/1945
BEDEUTENDE PERSÖNLICHKEITENDie Judengemeinde von Deutschkreutz brachte einige Persönlichkeiten hervor, die über ihren Heimatort hinaus Bedeutung erlangten. Wir wollen hier die drei wichtigsten herausgreifen und ihr Leben und Werk skizzieren.Der Komponist KARL GOLDMARK (1830-1915) Am Hause Rausnitzstraße 52 befindet sich eine Gedenktafel, auf der in goldenen Lettern folgender Text steht: "An dieser Stätte lebte Carl Goldmark von 1834-1844. Die Burgenländische Landesregierung. Dem Andenken des großen Komponisten 1930. Wiedererrichtet nach barbarischer Zerstörung 1965."Karl Goldmark wurde als Sohn eines Kantors und Notars am 18. Mai 1830 in Keszthely, Ungarn, geboren. Als der Knabe 4 Jahre alt war, übersiedelte die kinderreiche Familie nach Deutschkreutz. Dort verbrachte Goldmark eine materiell karge, aber doch glückliche Kindheit. Die beschränkten Mittel dürften auch der Grund gewesen sein, weshalb er nicht am Schulunterricht teilnahm. In seinen Lebenserinnerungen beklagt er dies auch als schmerzlichen Mangel. Es zeugt aber von seiner Willensstärke und seinem Wissensdurst, wenn er sich eine spätere profunde Bildung meist auf autodidaktische Weise aneignet. die musikalische Laufbahn war ihm nicht in die Wiege gelegt worden. Die Menschen seiner Heimatgemeinde lebten damals in ärmlichen Verhältnissen, die für höhere geistige Werte, abgesehen von den religiösen, keinen Raum ließen. Als Elfjähriger nahm Goldmark bei einem Chorsänger der Synagoge die ersten Geigenstunden. In dieser Zeit hatte er dann jenes Erlebnis, das ihm seinen weiteren Weg vorzeichnete. Lassen wir ihn darüber selbst berichten: "An unsrem Haus grenzten Baumgärten. Dahinter dehnten sich weite Äcker und an diese anschließend ein Haselnusswäldchen. Das war mein liebster Aufenthalt. Eines schönen, sonnigen Tages ging ich dahin, legte mich auf den Rücken ins Gras, starrte in den blauen Himmel und ließ mir die warme Sonne ins Gesicht scheinen. Es war Sonntagvormittag. Feierliche Stille umgab mich, nur Bienen und Käfer summten, hoch in den Lüften jubilierten die Lerchen süße Weisen. Da, mit einem Male erklangen sanfte Kirchenglocken aus weiter Ferne, und als diese schwiegen, erbrauste die Orgel mit Macht. Sie wurde sanft und vier Stimmen mit ihr vereint sangen in Dreiklängen die heilige Messe.Ein Strom von Wohllaut, von weichen Harmonien überflutet mich. Diese durch Entfernung idealisierten, immateriellen, weithin schwebenden süßen Klänge, wie tief senkte sich sich in das der Musik entgegenblühende Kinderherz! Ich hatte so etwas nie gehört, denn die Kirche, von der wir entfernt wohnten, durften wir nie betreten. Zum ersten Male hörte und empfand ich die erschütternde Macht der Harmonie, der Musik überhaupt. In meiner Unwissenheit konnte ich mir keine Rechenschaft geben über das, was ich hörte – aber ich hatte Tränen in den Augen und noch heute erschauere ich, gedenke ich dieses ersten, so mächtigen musikalischen Eindrucks. In diesem Augenblick hatte ich mein Geschick, meine Zukunft entschieden, war mein Lebenslauf bestimmt – ich war Musiker und – sonderbar genug – durch die katholische Kirche." Goldmark nahm hierauf Geigenunterricht in Ödenburg bei Eipeltauer, und in Wien bei Jansa. Nach eineinhalb Jahren musste er aber aus finanziellen Gründen den Unterricht aufgeben. Hierauf betrieb er ein intensives Selbststudium und legte die entsprechenden Prüfungen ab, die ihm den Eintritt in die Wiener Technik und ins Konservatorium ermöglichten. Im Revolutionsjahr 1848 nahm er die Stelle eines ersten Geigers im Theaterorchester von Ödenburg an. Über Raab kehrte er dann nach Wien zurück, wo er im Josefstädter- und Carltheater Engagements erhielt. 1858 ging er nach Budapest, um dort privat Musiktheorie zu studieren. Ab 1860 konnte er sich in Wien endgültig durchsetzen und eroberte einen ehrenvollen Platz unter den hervorragenden Komponisten und Musikfachleuten dieser Stadt. In dieser Zeit pflegte er Kontakt mit Liszt, Brahms, Richard Wagner, Cornelius, Hellmesberger, H. v. Bühlow, Hanslick usw. Das berühmteste Werk Goldmarks, die "Königin von Saba", erlebte auf vielen Operbühnen Europas z.T. glanzvolle Aufführungen. Es war ihm vergönnt, bis ins hohe Alter seien Ruhm als Komponist auszukosten. Bisweilen kann man heute noch Ausschnitte aus seinem Werk in Konzerten oder im Rundfunk hören. 1958 veranstaltete das Burgenländische Volksbildungswerk in Deutschkreutz einen Goldmarkabend, in dessen Rahmen Werke des Meisters zu Aufführung gelangten. Als bedeutendstes Werke Goldmarks gelten die Opern "Königin von Saba" und "Heimchen am Herd". Außerdem schrieb er noch auf diesem Gebiet "Die Kriegsgefangene", "Götz von Berlichingen", "Wintermärchen", "Merlin". Von ihm stammen auch Orchesterwerke, Symphonien, Kammermusik und Violinkonzerte, unter anderem "Ländliche Hochzeit" und "Aus den Jugendtagen". Der Dichter LUDWIG DUX Er ist bekannt unter dem magyarisierten Namen Dócsy Lajos. Geboren in Ödenburg, lebte er später in Deutschkreutz. Er schuf sich seinen Ruhm hauptsächlich durch seine Lustspiele: "Der Kuss" und "Die letzte Liebe". Diese beiden Werke fanden Eingang in den Spielplan des Wiener Burgtheaters. Ferner machte er sich einen Namen durch die Übersetzung der Werke Goethe und Schillers ins Ungarische. Madachs "Die Tragödie des Menschen" übersetzte er ins Deutsche. Für Strauß schrieb er einige Libretti. Der Schriftsteller ALEXANDER GRÜNBAUM(1896–1965) Am 2. Februar 1896 in Deutschkreutz geboren, ist er unter dem Namen Gergely Sandor als Schriftsteller und Romancier bekannt. Seine Werke sind in ungarischer und russischer Sprache abgefasst. Der geschichtliche Roman "Dózsa György" erschien in 3 Bänden: 1. Band 1948 in Moskau, 2. Band 1939 in Moskau und 3. Band 1948 in Budapest. Für diese Arbeit erhielt er den staatlichen Kossuth-Preis. – Seine Schwester Margit lebt in England und ist noch in Verbindung mit ihren Deutschkreutzer Freundinnen. |