VERANSTALTUNGEN
24. MaiLions Club Mittelburgenland, Vortrag und Diskussion mit ORF Korrespondent Mag. Christian Wehrschütz zum Thema "Brennpunkt Balkan und Ukraine", 19:30 Uhr, Vinatrium
25. MaiJosef Frank "So wahr ich hier sitze, das habe ich gesehen", Buchpräsentation von Mag. Roland Gager, BA, 20 Uhr, Raiffeisenbank Deutschkreutz
27. MaiUmgang in Girm, 9 Uhr, Hl. Messe anschließend Fronleichnamsprozession

 

Die Chronik

 

Die Chronik von Deutschkreutz gibt es entweder als pdf-Datei zum Download bzw. ist im Gemeindeamt (Tel. 02613/80203-0), im Tourismusbüro (Tel. 02613/20200) oder über eine Bestellung per E-mail zum Preis von 25.40 EUR + Porto erhältlich.

 

Weblink

 

Die Geschichte

 

Deutschkreutz ungarisch: Sopronkeresztúr (bis 1899 Németkeresztúr)
kroatisch: Kerestur
hebräisch: Zelem

 

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

 

Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronze- und der Hallstattzeit geben Hinweise auf eine kontinuierliche Besiedlung unseres Gebietes, Ausgrabungen zeugen von einem ausgedehnten römischen Villenviertel.

 

1245 schenkte Bela IV "Bujuslou", das heutige Deutschkreutz, zwei ungarischen Adeligen (erste urkundliche Erwähnung des Ortes). Der Name "Kurustur" (Kreutz) scheint erstmals im Jahre 1274 auf. Südlich von Deutschkreutz befindet sich im Frauenbrunnenwald der "Schlösselberg" - da stand einst die Burg "Bykug".

 

Marktgemeinde ist Deutschkreutz seit 1340. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland (Deutsch-Westungarn) bis 1920/21 zu Ungarn. 1619 wird die Ansiedlung erstmals "Nemeth Kereztur" (Deutschkreutz) genannt. Die erste urkundliche Erwähnung eines Schlosses in Deutschkreutz fällt in das Jahr 1492. 1560 ließen die Nadasdy ein Schloss erbauen. Das Renaissanceschloss in seiner heutigen Form stammt aus 1625.

 

Ab 1671 gehörte Deutschkreutz zu den jüdischen Siebengemeinden im Burgenland. Die orthodoxe jüdische Gemeinde unterhielt eine berühmte Talmudhochschule, in der Juden aus aller Welt studierten. Auf Grund der weltweiten Bedeutung für das Judentum, ist Deutschkreutz auch der einzige Ort in Österreich, für den es auch einen hebräischen Ortsnamen (Zelem = Bild im Sinne von Götzenbild) gibt. Die Gemeinde wuchs im 19. Jahrhundert bedeutend an und zählte im Jahre 1857 1230 Personen. 1941 wurde die Synagoge von Deutschkreutz von den Nationalsozialisten gesprengt.

 

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

 

1936 kommt die Gemeinde Girm zu Deutschkreutz. In Girm, bis dahin eine eigenständige Gemeinde, versammeln sich 187 Gemeindebürger im Gemeindehaus und führen eine Volksabstimmung durch. 120 von ihnen entscheiden sich für einen Anschluss an die Großgemeinde Deutschkreutz, die somit 4.203 Einwohner hat.

 

1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich werden die jüdischen Mitbürger, es waren um diese Zeit noch ca. 420, aus Deutschkreutz vertrieben. Von 81 weiß man, dass sie in einem KZ umgekommen sind, 158 konnten emigrieren, das Schicksal von 181 Deutschkreutzer Juden ist unbekannt. Die Haushalte und Geschäfte werden von den Nazis und ihren Mitläufern geplündert, ein großer Teil der Judenhäuser von der Gemeinde erworben und abgetragen, der Judenfriedhof wird verwüstet, die Synagoge gesprengt. Das ist das Ende der jahrhundertealten Judengemeinde Zelem. Die Nationalsozialisten setzen einen neuen Gemeindetag und einen neuen Bürgermeister ein. Sämtliche Lehrer der Deutschkreutzer Schulen werden entlassen, einige vorübergehend inhaftiert.

 

Zu den Verfolgten des Nazi - Regimes gehören auch die Roma, sie werden in ein Lager nach Lackenbach deportiert. 1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus. Hunderte von jungen Deutschkreutzern müssen zur Deutschen Wehrmacht einrücken, mehr als 300 sterben auf den Schlachtfeldern. 1944 werden Hunderte ungarischer Juden nach Deutschkreutz zur Errichtung des "Ostwalls" deportiert. Ein großer Teil von ihnen stirbt an Erschöpfung, Unterernährung und an Seuchenkrankheiten. Im Judenfriedhof werden 286 Budapester Juden in einem Massengrab verscharrt.

 

Am 29. März 1945 überschreitet die Rote Armee bei Klostermarienberg die Grenze. Es beginnt eine langjährige Besatzungszeit, die vor allem zu Beginn für die Bevölkerung sehr leidvoll ist, da es immer wieder zu Übergriffen kommt. Das Totenbuch von Deutschkreutz verzeichnet mit Sterbedatum 31. März und 1. April 1945 19 Todesfälle durch Gewalteinwirkung. Deutschkreutz wird von einem von der Besatzungsmacht eingesetzten Bürgermeister und Gemeinderat verwaltet.

 

1995 feierte die Maktgemeinde "750 Jahre Deutschkreutz"

 

DIE BÜRGERMEISTER VON DEUTSCHKREUTZ SEIT 1921

 

Josef Salzer1918 - 1922
Johann Kratochwill1922 - 1924
Georg Reumann1924 - 1925
Paul Pingitzer1925 - 1927
Paul Fennes1927
Lorenz Gabriel1927 - 1928
Matthias Gansriegler1928 - 1934
Karl Strehn1935 - 1938
Johann Krecht1938 - 1945
Eugen Krammer1945 - 1949
Karl Strehn1950
Stefan Heidenreich1951
Bernhard Gansrigler1951 - 1956
Johann Reinfeld1956 - 1962
Stefan Illy1962 - 1963
Eugen Krammer1963 - 1964
Stefan Illy1965 - 1967
Eugen Krammer1967 - 1972
Anton Berger1972 - 1985
Wolfgang Strehn1985 - 1990
Willibald Hofer1990 - 1996
Ernst Möderl1997 - 2002
MANFRED KÖLLY2002 - laufend